ZIMO Decoder:  Neuigkeiten im Sommer

ZIMO Decoder gelten schon lange für viele Modellbahner als die Besten. Aber auch das Beste ist verbesserungsfähig. Im Januar dieses Jahres haben wir an dieser Stelle eine Liste der ins Auge gefassten Entwicklungen ("Features der Zukunft") präsentiert; mittlerweile wurden einige davon verwirklicht (z.B. erweitertes "function mapping" mit CV # 61 = 98 oder MOTOROLA für Großbahnen) und durch neue Software-Versionen zugänglich gemacht, einige davon sind in Arbeit; aber es sind auch neue Ideen in der öffentlichen Diskussion aufgetaucht und aus der Erfahrung im Einsatz entstanden.

Jetzt bringt ZIMO wieder ein ganzes Bündel nützlicher Features; der Jahreszeit entsprechend zuerst in den Großbahn-Decodern der MX69 - Familie implementiert, etwas später auch in den "kleinen" Typen MX62, MX63, MX64.


Wie immer seit 2004 stehen diese Neuheiten auch für bereits gelieferte und eingebaute Decoder zur Verfügung (sofern ab September 2004 hergestellt oder nachträglich update-fähig gemacht).

!  Für MX69: SW-Version 8 ca. ab 1. August 2005 zum Downloaden und Updaten verfügbar (siehe Block UPDATE) ! Andere Decoder gegen Ende Sommer geplant !

Decoder-Update-Gerät MXDECUP  --->


  • Weitere Optimierung der Motor-Regelung

    Maßnahmen zur Glättung der Regelungskennlinie, interne Behandlung in 1024 Fahrstufen, Maßnahmen zum tatsächlichen Anfahren in der untersten Fahrstufe, und für "schwierige" Motoren (3-polige, ...); Ab Version 8 im MX69: die Dreipunkt-Kennlinie wird automatisch geglättet (d.h. keine "Ecke" mehr am durch CV # 6 bestimmten Punkt); dadurch ist sie für fast alle Anwendungsfälle ebenso gut wie eine eine frei-definierte Kennlinie, aber wesentlich bequemer einzustellen (eben nur drei CV's (eibe´´ne solche kann natürlich weiterhin auch definiert werden über CV # 67 - 94)).

  • Km/h - definierte Geschwindigkeitssteuerung als Alternative zur heute üblichen Prozentskalierung

    Die DCC-Fahrstufen (in modernen Systemen und Decodern 128 Stufen) direkt als absolute Geschwindigkeit in km/h oder auch mph (für alle Fahrzeuge auf der Anlage gleich) zu interpretieren - dies ist eine an sich naheliegende Idee, aber dennoch erst vor kurzem in der öffentlichen Diskussion aufgegriffen worden. Mit passender Einstellung der sowieso vorhandenen CV # 5 (Maximalgeschwindigkeit) ist es dabei nicht getan;   ZIMO setzt diese Idee nun in die Realität um; drei Maßnahmen werden dafür gesetzt:

    - Eine neue CV als Umrechnungsfaktor, welche Maßstab (H0, 0-Spur, Spur 1, usw.) und Länge der Eich-Strecke (siehe unten) berücksichtig, nach einer einfachen Formel einzugeben.

    - In einem Eich-Vorgang fährt die Lok mit vorgegebener Fahrstufe eine vorgegebene Strecke ab (z.B. 5 m), dass Passieren des Start- und Zielpunktes wird durch das Schalten einer Funktion (halbautomatisches Verfahren) oder einen Decoder-Eingang (Reed-Kontakt o.ä., vollautomatisch) registriert.

    - Bei dieser Art der Steuerung geht es nicht nur um ein optisch ansprechendes Fahrverhalten, wie es die Hauptaufgabe der heute üblichen Lastausgleichregelung ist, sondern um die genaue Einhaltung der gewünschten Geschwindigkeit in km/h bzw. des Weges bis zum Anhalten. Dieses neue Erfordernis wird erreicht, indem laufend während der Fahrt die zurückgelegte Strecke kalkuliert, nachgemessen- und nachjustiert wird. Die dafür notwendigen Messdaten (EMK-Werte bis zu 200 Mal pro sec) und die Rechenleistung stehen in den aktuellen ZIMO Decodern von Beginn an zur Verfügung.

    Die km/h - Steuerung bringt eine Reihe betrieblicher Vorteile; von der korrekten Einhaltung einer Geschwindigkeitsbegrenzung (Hp2 oder 40 km/h, ...) bis zur präzisen Abschätzung der Ankunftszeit eines Zuges im nächsten Bahnhof. Auch für das Fahren in Doppel- oder Mehrfachtraktion sollte die Genauigkeit der Ausregelung große Verbesserungen bringen - allerdings muss dies erst durch praktische Erfahrung bestätigt werden.

    Die km/h - Steuerung steht auch in Zusammenhang mit dem angekündigten "distanzgesteuerten Abbremsen und Anhalten", welches aber in dieser Version noch nicht mit eingeschlossen ist.

  • Virtueller Achs-Detektor für den Betrieb von Dietz - und anderen Sound-Modulen

    Damit ein Sound (insbesondere Dampf) vorbildgemäß klingt, ist eine Synchronisation mit der Achsdrehung notwendig; dies kann durch optische, induktive oder magnetische Sensoren erreicht werden, welche die aktuelle Stellung der Achse an den Sound-Modul melden. Der Einbau solcher Sensoren ist allerdings oft schwierig, die Zuverlässigkeit nicht immer gut (Verschmutzungsprobleme); die bisher gebräuchliche Ersatzmethode ist die Heranziehung der Soll-Geschwindigkeit als Grundlage beispielsweise für die Abfolge der einzelnen Dampfstöße; die Folge ist aber meistens eine unüberhörbar falsche Zuordnung des Sounds zur Fahrzeugbewegung (meistens läuft der Sound beim Langsamfahren viel schneller als die Lok).

    Der "virtuellen Achsdetektor" - ein Funktionsausgang des Decoders MX69 - stützt sich hingegen auf die EMK-gemessene Ist-Geschwindigkeit (was im Niedergeschwindigkeitsbereich einen großen Unterschied darstellt) und wird am Sound-Modul wie ein echter Achs-Detektor angeschlossen (zusätzlich zur SUSI-Schnittstelle). Natürlich ergibt dies im Gegensatz zum echten Detektor keine Stellungs-Synchronisierung, aber für die akustische Wahrnehmung ist mit der passenden Geschwindigkeit (Häufigkeit der Dampfstöße) das Wesentliche getan.

  • Ansteuerung der neuen LGB on-board Sound-Module

    Damit können die LGB "onboard decoder" durch MX69 vollwertig ersetzt werden; für die serielle Schnittstelle wird der "SUSI"-Stecker verwendet ("SUSI" selbst wird in solchen Fahrzeugen nicht gebraucht).

  • Implementierung des Signalhalts durch "asymmetrisches DCC-Signal" (nach Lenz ABC),    

    Das "asymmetrische DCC-Signal" bietet zwar nicht den Funktionsumfang der ZIMO "signalabhängigen Zugbeeinflussung", stellt aber für einfache Anwendungen eine Alternative dar, welche vor allem die Möglichkeit des automatischen richtungsabhängigen Signalhalts mit nur 4 Dioden im Gleis (also praktisch ohne Kosten) bietet.

  • Automatisches Überfahren stromloser Schienenstücke

    Auf Weichenherzstücken oder in stark verschmutzen Bereichen sollte nicht angehalten werden; dies wird der Decoder mit der neuen Software automatisch vermeiden. Natürlich muss dafür auch während der Unterbrechung die notwendige Energie bereitgestellt werden, was durch den Anschluss von Kondensatoren am Decoder (siehe Betriebsanleitungen) oder mit Hilfe der in Entwicklung befindlichen Speicher-Modulen (MXSPEIK, MXSPEIG) machbar ist.